
Schloss Waldthausen - wie immer ohne Schloss
Trübe aber nicht trübsinnig.
Nachdenken über die Frage, wie man es schafft, im richtigen Moment alles zu vergessen, was man gelernt hat (bei bewegten Bildern ist das einfacher, da hat man eh nur sehr bedingte Kontrolle) – ganz besonders weil der kleine Qualitätsbeauftragte in meinem Kopf ständig meckert „mehr Kontrast, mehr Struktur, so ist das doch nur eine gequirlte Suppe“. Halt die Klappe, kleines Männchen, später zu Hause darfst du wieder!
Aber da ist es dann bockig und verweigert mir die nötige Distanz.
Erinnert mich an die Diskussion in einem Fotoforum vor ewigen Zeiten, als ich schon mal genau diese Frage stellte, nämlich wie man es schafft, diese Distanz zu seinen eigenen Bildern herzustellen. Die Antworten waren damals recht einmütig „will man doch gar nicht, braucht man auch nicht“.
Aber irgendwie ist das Thema „Nähe und Distanz“ sowieso ein Dauerbrenner, in jeder Beziehung. *hüstel*
Die Parallelen zum Singen fallen mir häufig auf in letzter Zeit. Man übt und lernt, denkt an tausend Dinge (aufrecht stehen, nicht die Schultern hochziehen, richtig atmen, vor allem an den richtigen Stellen NICHT atmen, nicht den Mund so anspannen, das „cis“ nicht zu tief, die Vokale nicht zu dunkel, das „s“ richtig absprechen, gleich kommt diese besonders schwierige Phrase…), um dann im Idealfall im richtigen Moment alles wieder zu vergessen, und einfach Musik entstehen zu lassen. Dann überlege ich jetzt mal, wie ich das in die Fotografie übertragen kann.


