
Rüsselsheimer Nachkriegsarchitektur
So lautete der Titel des diesjährigen Fotoworkshops, der - nun schon im dritten Jahr - vom Stadtarchiv veranstaltet wurde.
Und weiter:
"Die Schönheit und Modernität der Nachkriegsarchitektur in Rüsselsheim erschließt sich manchem Betrachter erst auf den zweiten Blick. Im Zentrum unseres viertägigen Workshops steht dabei der sogenannte „Dienstleistungsgürtel“, der sich von den Stadtwerken über Stadttheater und Schwimmbad bis zur Walter-Köbel-Halle erstreckt. Ausgehend von Bildern aus dem Stadtarchiv wird eine subjektive fotografische Bestandsaufnahme erstellt. Im Vordergrund stehen das Erlernen eines fotografischen Konzepts und die Entwicklung eines eigenen Stils. Bei Bedarf können technische Hilfestellungen gegeben werden. Die Präsentationsform der entstandenen Werke wird im Kurs besprochen."
(Als der Text geschrieben wurde, hiess die Walter-Köbel-Halle noch Walter-Köbel-Halle, mittlerweile wurde sie in "Großsporthalle" umbenannt, aber das ist eine andere Geschichte.)
Jedenfalls trafen sich also am ersten der vier Termine 7 Teilnehmer nebst Workshopleiter, die meisten Wiederholungstäter, um die weitere Vorgehensweise abzuklären und auch gleich die ersten Fotos zu machen. Die übrigen drei Termine dienten vor allem der Besprechnung der Ergebnisse und der Beantwortung der Frage "und was machen wir jetzt damit?"
Meine "Konzeptidee" war relativ spontan "das Grosse klein und das Kleine gross". Jeweils eine Gesamtansicht eines der Gebäude und ein oder mehrere Details sollten quasi gegenübergestellt werden, noch verstärkt dadurch, dass das Foto der Gesamtansicht wesentlich kleiner als die Fotos der Details sein sollte. Zum Glück liegt Rüsselsheim auf der direkten Linie Wohnung - Arbeitsplatz, somit bin ich in der Zeit zwischen den beiden Workshopwochenenden noch mehrmals mit der Kamera unterwegs gewesen. Am Ende hatte ich einige Gesamt - Detailpaarungen zusammen, zwar nichts Weltbewegendes, aber vor allem in die Gesamtansichten hatte ich doch einiges an Arbeit investiert, schliesslich war das Weitwinkel noch nie mein bester Freund (und wird es wohl auch nie werden), während Details viel, viel einfacher zu fotografieren sind.


Die Besprechungen waren hochinteressant, wie immer war es sehr spannend, die sehr unterschiedlichenErgebnisse der anderen Teilnehmer zu sehen und gemeinsam daran zu arbeiten, und ich denke, jeder von uns hat viel gelernt. Das Ganze wird vermutlich in einer Ausstellung enden, zu der aber zu gegebener Zeit noch viel zu tun und zu besprechen ist.
Alles in allem ein sehr inspirierender Workshop. Trotzdem.... Von meiner ursprünglichen Idee zu meinen Bildern ist am Ende nicht mehr viel übrig geblieben. Entweder, weil die Idee oder die Umsetzung oder beides so doof war oder weil ich mich nicht klar genug dafür eingesetzt habe, oder, oder, oder. Was übrigblieb bzw. bleibt für die Ausstellung, sind nur Details. Ohne Frage sicher die besseren Teile meiner Päärchen, aber das hat dann mit der Aufgabenstellung, sich so etwas wie ein Konzept zu überlegen und das dann auch umzusetzen nicht mehr viel zu tun. Weshalb trotz aller Freude ein kleines oder grösseres "aber" bleibt. Vielleicht nehme ich mir das Thema irgendwann später noch einmal für mich selber wieder vor und mache dort weiter, wo ich aufgehört habe, vorerst landet es erstmal auf dem "Frusthaufen".
