Oktober 2024 - Oper

03.10.24 – Frankfurt – Schostakowitsch – Lady Macbeth von Mzensk: . Die Oper war spannend, auch wenn keiner der Protagonisten einem wirklich sympathisch war, man höchstens Mitleid hatte, vor allem mit Katharina, die immer nur benutzt und ausgenutzt wird. Dass sie den fiesen Schwiegervater umbringt, kann man durchaus verstehen, dass der Liebhaber den Ehemann umbringt auch irgendwie, aber dass Katharina am Ende die Nebenbuhlerin mit in den Tod zieht anstelle des untreuen Liebhabers, habe ich nur halb nachvollziehen können. Viel Beifall, vor allem für die Sängerin der Katharina (Namen schon wieder vergessen, keine aus dem Ensemble) aber auch Andreas Bauer-Kanabas, der als Schwiegervater und alter Mann im Lager fast durchgehend zu tun hatte.

06.10.24 – Frankfurt – Verdi: Rigoletto: Bühnenbild fand ich spannend, eine düstere Kirchenatmosphäre, mit einzelnen Elementen, die herabgelassen wurden. Die Hauptpartien, also Rigoletto und seine Tochter waren großartig besetzt, keine Sänger vom Ensemble, die hatten nur kleinere Rollen. Die Musik: großartig, Verdi hat schon tolle Musik komponiert, vor allem, toll, wenn sie so durchsichtig gespielt wird wie in Frankfurt. Aber so ganz richtig gepackt hat es mich nicht, hab zu lange die Handlung nur halb verstanden. Warum singt Rigoletto dauernd von einem Fluch? Warum will er seine Tochter verstecken? Und so richtig sympathisch war auch keine der Rollen, höchstens vielleicht die Tochter, aber die war dann wieder zu gut, weil sie sich selbst opfert, um den Grafen zu retten, der sie doch betrogen hat. Jetzt weiß ich endlich, wo die berühmteste Arie herkommt „La Donna è mobile“. Der Tenor, der den Grafen gesungen hat, ist Mitglied des Opernstudios und eingesprungen, weil der eigentlich vorgesehen Sänger krank war. Hat es aber sehr gut gemeistert und bekam entsprechend viel Applaus.

20.10.24 – Mainz – Mozart: Idomeneo: Die Oper war durchaus faszinierend. Es dauerte einen Moment, bis ich mich reingefunden hatte. Meine Favoriten waren Idomeneo selbst: Vasyl Solodkyy – große Bühnenpräsenz, einzigartige Stimme, Collin Andre Schöning als Arbace, ein ganz junger Tenor mit einer ganz reinen, klaren Stimme, und natürlich Nadja Stefanoff als Elettra, jede Bewegung saß wieder, hochdramatisch, ohne übertrieben zu wirken. Das wogende Meer wirkte ein wenig albern, und die Geschichte selbst zeigte mir mal wieder, wie wenig ich über griechische Mythologie weiß. Und Mozarts Musik: schön, aber nicht so ins Herz gehend wie z.B. Richard Strauss.