November 2024 - Oper und Konzerte

08.11.24 – Mainz – Jacques Offenbach: Die schöne Helena: Genau das Richtige für diesen Abend, das Ende dieser Woche. Ein wenig lustig, ein wenig nette Musik, nichts was überforderte. Die Inszenierung war bei der Kritik nicht so sonderlich gut weggekommen, die Idee der Venus als Psychotherapeutin war auch nur so halblustig, aber trotzdem habe ich mich gut unterhalten gefühlt. Bei den Sängern mochte ich besonders Benjamin Lee als Paris, war aber ja auch eine dankbare Rolle, wohingegen sich die übrigen Protagonisten ja die meiste Zeit eher sehr lächerlich aufgeführt haben (Menelaos – Alexander Spemann z.B.) Ein wenig dünn (stimmlich) fand ich Maren Schwier als Helena, aber auch das war nur bedingt wichtig.

10.11.24 – Mainz – Brahms und Bach: Das Konzert des Chores, in dem ich von April bis September mitgeprobt hatte. Über das Konzert lege ich lieber ein Mäntelchen des Schweigens. Menschlich vermisse ich es sehr, musikalisch …

11.11.24 – Frankfurt – Vikingur Olafsson: Zuerst kam das Brahms Klavierkonzert. Eines von den Stücken (genau wie die Eroica nach der Pause), wo ich immer das Gefühl habe, guten alten Freunden wieder zu begegnen. Man kennt sie ziemlich genau, aber dann ist doch jedes Mal viel Neues dabei, was man noch nie zuvor entdeckt hatte. Das Orchester spielte spitzenmäßig, traumhaft, das Zusammenspiel mit Vikingur Olafsson stimmte, und ich merkte schon, wie nach den ersten Tönen meine Mundwinkel immer weiter nach oben gingen. Ganz viel Dankbarkeit im Herzen für diesen wunderbaren Abend, nein Tag. Wie wunderbar Livemusik immer wieder ist, wie heilend Musik überhaupt ist. Und Brahms höre ich seit Anfang des Jahres ja sowieso mit frischeren Ohren. Die Eroica nach der Pause war dann nochmal ein großer Genuss. Als Zugabe spielten sie noch den Valse Triste von Sibelius, und den habe ich seitdem im Ohr.

23.11.24 – Frankfurt – Alban Berg: Lulu: Die Inszenierung war toll, alleine vom Gucken. Alle Protagonisten bis auf Lulu waren in beigegrau, die Bühne selbst auch, sogar das Blut, das der ermordete Dr. Schön verströmte war braungrau. Nur Lulu war meist in rot gekleidet. Die Orchesterklänge waren phänomenal, aber für einmal Hören viel zu viel auf einmal, da könnte man sich mit manchen Passagen stundenlang aufhalten. Zwischendrin wurde ich einmal sehr, sehr müde, das war kurz vor der Pause, aber danach ging es wieder, und ich blieb auch sehr aufmerksam und angetan bis zum Schluss. Großer Applaus, vor allem für Lulu und Orchester.

30.11.24 – Darmstadt – Gluck: Orphée et Euridice: Es war eine schöne und interessante Vorstellung, vor allem die Stimmen von Orpheus (Lena Sutor-Wernich) und Amor (Marie Smolka) haben mich sehr beeindruckt. Und die Bühne und das Licht.