Kefalonia

Das erste Mal Griechenland. 2002 mit M., unser erster und einziger gemeinsamer Urlaub.

Ich erinnere mich an die Ankunft frühmorgens, das Licht, die Wärme, alles hiess uns willkommen. Mit dem gemieteten Kleinwagen über die halbe Insel bis zu unserer Ferienwohnung gerumpelt, ein kleiner Bungalow hoch oben am Berg mit Blick aufs Meer. Die Stille. Stunden haben wir auf der Veranda gesessen und nur aufs Meer geguckt, mehr hätte es gar nicht gebraucht. Die Abendessen, von „Mama“ gekocht, es gab immer nur zwei Gerichte zur Auswahl, aber auch den unvermeindlichen Bauernsalat, den ich kiloweise ass in diesem Urlaub. In dem ich ein „uhu“ wurde, teilweise ungewollt wegen einer fiesen Erkältung und einer noch fieseren Magen-/Darmgeschichte. Ich erinnere mich an den einen Tag, den ich komplett im Bett verbrachte und an dem sogar das Heben der Colaflasche zuviel für mich war.

Corellis Mandoline, dort gelesen, die letzten Kapitel weinend in einem Wäldchen irgendwo in einer Bucht. Schattensuchend. Dann wieder in der Sonne in einem kleinen Cafe am Hafen sitzend, hier waren die Bürgersteige quasi schon für den Winter hochgeklappt. Das Ende der Saison. Immer noch eines meiner Lieblingsbilder entstand dort.

Der Restaurantbesitzer, der uns für ein Paar hielt, dabei waren wir es da schon lange nicht mehr. Falls wir überhaupt jemals eins waren. Der so unsympathisch war aber gleichzeitig so charismatisch, sobald er anfing zu tanzen.

Die Leute im Bungalow nebenan, die anscheinend nicht wussten, dass wir jedes Geräusch von ihnen hörten. Unsere Vermutung „beide verheiratet aber nicht miteinander“ konnte leider nicht endgültig überprüft werden. Zum Glück blieben sie nicht lange, und so kehrte bald wieder Ruhe ein.

Die Hunde und Katzen, die uns besuchten, wann immer wir „zu Hause“ waren, und für die wir Futter besorgten. Die Fahrten über die Insel, wechselnde Landschaften, mal an Italien erinnernd, mal so griechisch blauweiss, wie es nur in Griechenland sein kann. Die Tour auf den höchsten Berg, bei dem ich stundenlang die Luft anhielt, bei jedem Schlagloch befürchtend, die Achse könnte brechen und wir liegenblieben.

Die nach dem Erdbeben zurückgelassenen Ruinen, mittlerweile fast komplett zugewachsen, das neue Dorf oft nur wenige hundert Meter weiter weg wieder aufgebaut jetzt auch schon lange nicht mehr neu.

Ein Urlaub, der meine Liebe zu Griechenland weckte und an dem sich alle folgenden Aufenthalte messen lassen mussten.