
Im Dunkel des Abends
Es war kalt und nass an diesem Märzabend. Zwar hatte es aufgehört zu regnen, aber das Gras glänzte immer noch feucht, und auch die Luft war immer noch feucht, dass der Atem Wolken bildete und die Brille beschlug, sobald man ausatmete.
Unter dem Dach des Pavillons herrschte emsiges Treiben, die Teilnehmer kämpften mit ihren Bildern, überall wurde diskutiert und das weitere Vorgehen besprochen.
Im Gegensatz zu allen anderen war mir nicht kalt, obwohl ich sogar eine Weile auf den Stufen des Pavillons gesessen hatte, zum Glück hatte ich die Styropormatte nicht vergessen. Wohl aber einen geladenen Akku, die, die sich in meiner Fototasche befanden waren allesamt leer bzw. hatten sich entladen. Dafür waren sie günstig gewesen. Hilft einem nur ohne Ladegerät und Strom dann auch nicht wirklich. Zum Glück hatte B. noch einen vollen Akku dabei, den sie mir leihen konnte, sonst wäre mir die wiederholte Flucht in den Wald nicht möglich gewesen.
Ich wollte so gerne malen – und konnte es einfach nicht. Scheiterte immer wieder, vor allem an mir selber und meinen Ansprüchen, die ich nicht mal genau benennen konnte. Nicht wissen, wo man hinwill und sich dann beklagen, dass man nicht ankommt, das haben wir gerne.
Immerhin: irgendwann im Laufe des Nachmittags wusste ich genau, was ich wollte: meinen bisherigen Versuch dick mit Farbpampe überkleistern, richtig rumsauen. B. versuchte mich erst noch davon abzubringen, gab gute Ratschläge, hatte Ideen, wie man das misratene Stück doch noch retten könne, aber das immerhin wusste ich: da ist nichts zu retten, jedenfalls nicht so, wie er es vorschlug.
Irgendwann durfte ich rumsauen, dank Ms Fürsprache. Er immerhin schien mich zu verstehen. Als ich dann mit dem Teller voller Farbe ankam, standen sie alle um mich herum und wollten zuschauen. Das Bild lag im nassen Gras, und ich kippte nach ein paar tiefen Atemzügen die Farbe darüber und begann sie zu verteilen. Es bildeten sich Knubbel, Schlieren, die Farbe war viel zu dick, Klumpen hingen am Pinsel, blieben zufällig an einigen Stellen im Bild hängen. Dann mischte ich weitere Farben an, grösstenteils aus den noch vorhandenen Resten: türkis und rot mischte ich in das blaugrün, einzelne Spuren der reinen Farben blieben sichtbar, das fand ich auch gut so.
Und so bekam der Nachmittag dann doch noch einen versöhnlichen Abschluss.

Flammen, ein Schrei, der nächtliche Wald, Schlingpflanzen….
Und wieder endete dieser Versuch ganz anders als angefangen oder gedacht. Spannend…