Dezember 2024 - Oper
08.12.24 – Wiesbaden – Humperdinck: Hänsel und Gretel: Es war ziemlich nett, vor allem Silvia Hauer als Hänsel gefiel mir sehr gut. Die Inszenierung war sehr traditionell, aber als das Sandmännchen glitzernden Sand verteilte, ging mir doch das Herz auf. Oder als das Haus des Besenbinders nach hinten wegfuhr und der Wald davor gefahren wurde. Oder als das Sandmännchen den Vollmond hochzog. Dennoch, die Mainzer Inszenierung gefällt mir sehr viel besser. Vor allem die Hexe. Obwohl: in Wiesbaden wurde die Bühne hochgefahren, sodass man oben noch Wald und Knusperhäuschen sah, unten die Wohnung der Hexe mit dem Backofen. Und an der Wand die Bilder der gebackenen Kinder. Vor allem gefiel mir wieder die Musik, jede Melodie zum Mitsingen (nein, hab ich nicht gemacht)
15.12.24 – Mainz – Humperdinck: Hänsel und Gretel: Fast zweieinhalb durchgehend gegrinst, bei allen bekannten Melodien gefreut, die Hexe gefeiert, Hänsel gefeiert, die Mainzer Inszenierung ist halt doch viel schöner.
22.12.24 – Frankfurt – Verdi: Macbeth: Macbeth war großartig, vor allem Lady Macbeth (Tamara Wilson), aber er (Domen Krizaj) natürlich auch. Das Ganze spielte in einem sehr modernen Wohnhaus, auf einer großen Drehbühne. Alles grau-weiß möbliert, riesige Couchlandschaft, ein riesiger Monitor an der Wand, auf dem erst Trickfilme liefen, später was anderes, was man aber nicht richtig sehen konnte. Die Musik söhnte mich sehr mit Verdi aus. Im Einführungsvortrag hatte der Dramaturg, Konrad Kuhn, schon viel Spannendes erzählt, z.B. dass einige Teile an Jacques Offenbach erinnern. Dann wieder wird es sehr düster. Mord und Wahnsinn. Ich mochte die Stimmen, die Inszenierung, die Musik, das Bühnenbild. Teilweise war es auch sehr lustig, es gibt eine Szene am Weihnachtsabend, wo das weihnachtsmannrote, sehr pompöse Kleid der Lady Macbeth mit dem ebenfalls sehr pompösen Weihnachtsbaum konkurriert. Auch die Wahnvorstellungen, die er hat, wurden sehr gut in Szene gesetzt, das Kind war zwar anwesend, aber nur er konnte es sehen, bis es plötzlich in der Menge verschwand.
23.12.24 – Frankfurt – Rimski-Korsakov: Die Nacht vor Weihnachten: Das war so grandios, dass ich fast die kompletten drei Stunden und danach ein breites Grinsen im Gesicht hatte. An einiges erinnerte ich mich ja noch vom letzten Jahr (der Bär, die Flugakrobatik, die Ballerina, die Szene mit den Säcken), aber vieles war auch wie neu. So schöne Melodien, so viel Spielfreude, die Sterne, das Porträt von Gogol am Schluss, der Chor, immer wieder der Chor in diesen üppigen Kostümen bei der Zarin z.B., die Tanzszenen, wenn sich Chor und Ballett mischten. Der Teufel, so sympathisch, machte Liegestütze und sang dabei und sprang dem Schmied im Sack auf den Rücken, damit der ihn raustragen konnte. Mein Liebling Peter Marsh als Diakon, so lustig wieder, der lange Sebastian Geyer als Bürgermeister, ach, ich mochte sie alle. Es war toll, und ich leuchtete auch auf der Heimfahrt noch, würde glatt nochmal gehen, aber die letzte Vorstellung ist morgen und außerdem ausverkauft. Gerne wieder im nächsten Jahr!