16.10.2013

Mein Geburtstag. Also der 52. im Fall des obigen Bildes. Einer unter vielen, den ich nicht gefeiert habe, weil ich nie einen Sinn darin sehe. Ich habe zu meiner Geburt nicht wirklich etwas beigetragen, ausser es meiner Mutter recht schwer zu machen.

Als Kind waren Geburtstage toll, man bekam Geschenke, war der Mittelpunkt, bekam in der Schule ein Lied gesungen, nachmittags kamen die Freunde, es gab Kuchen und noch mehr Geschenke. Es gab aber auch den Geburtstag, an dem ich zur Strafe nachmittags von den Gästen weggeholt wurde, um beim Schreibwarenladen das für die Schule benötigte Millimeterpapier zu holen. Bestraft wurde ich, weil ich es nicht gesagt hatte – wir hatten es an dem Tag in der Schule erst erfahren und brauchten es am darauffolgenden Tag. Diese Art von Strafe, bei der man sich sehr klein und mies fühlte beherrschte meine Mutter perfekt. Ich will nicht behaupten, dass sie mir meine Geburtstage dadurch dauerhaft vermiest hat, aber diesen einen sicher.

Ich weiss gar nicht mehr genau, wann Geburtstage aufgehört haben toll zu sein. Das muss aber schon in den Teenagerjahren gewesen sein, als die ersten Mitschülerinnen Partys feierten, während man selber noch eher zur Topfschlagfraktion gehörte. Kino war da für die Freundinnen nicht mehr interessant als Geburtstagsnachmittagsfeierevent. Gab es da überhaupt noch Freundinnen? Irgendwann war es mir auch unangenehm geworden, im Mittelpunkt zu stehen, sogar am Geburtstag, und so habe ich nicht mal den 18. gebührend gefeiert. Da waren wir auf Chorfahrt, und glücklicherweise hatte noch jemand in der Zeit Geburtstag, so dass wir gemeinsam feiern konnten. Aber Freude hat es mir nicht gemacht.

Auch danach habe ich mich wann immer es ging um diese Feiern gedrückt, und wenn ich dann doch mal einlud, denn schliesslich macht man das ja so… war es meistens Stress, Arbeit und alles andere als Spass.

Der obige Geburtstag ist mir vor allem im Gedächtnis geblieben, weil dieser Oktober insgesamt ein sehr glücklicher war. Ich erinnere mich an das Licht und die Luft, meine Streifzüge mit der Kamera, das Gefühl, jetzt endlich fotografisch den Weg gefunden zu haben, den ich weiter verfolgen wollte. Kopf und Herz waren voller Inspiration, Ideen und Pläne.

Während bei anderen der Herbst oft die Zeit des Traurigseins und der Vorbereitung auf den Winter ist, ist es für mich sehr oft eine Zeit des Aufbruchs und des Neuanfangs. Einer der Gründe, warum ich mich jedes Jahr darauf freue – nicht nur, weil der endlose Sommer dann endlich vorbei ist.

Im Herbst 2013 habe ich sehr viele Blätter fotografiert. In meinem fotografischen Herzen waren sie auch vorher schon, aber so richtig ernsthaft begann meine Liebe zu ihnen, vor allem den Herbst- und Winterblättern im Oktober 2013 – der Zeit um meinem 52. Geburtstag herum.