Vera Duerkop Fotografie | Blog
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Vera Duerkop Fotografie

And now for something completely different…

Posted by Vera in Exkursionen

Der Gedanke, mich mal mit dem Malen zu beschäftigen grummelt ja schon etwas länger in mir. Da gab es 2010 den „Zeichnen für Talentlose“ Kurs, der mir einerseits gezeigt hatte, dass Zeichnen (im Gegensatz zu meinen Erfahrungen aus der Schulzeit) durchaus Spass machen kann, wenn man sich intensiver damit beschäftigt, andererseits wollte ich aber Farbe. Also versuchte ich es im vergangenen Jahr für ein paar Stunden mit Aquarellmalerei. Da hatte ich meine Farben, stellte aber sehr schnell fest, dass ich für die Aquarellmalerei zu ungeduldig, zu unvorsichtig und ungenau bin. Ausserdem wollte ich nicht zarte Farben vorsichtig Schicht für Schicht auftragen sondern kräftige Farben mit Schwung aufs Papier oder wohin auch immer bringen, mit Strukturen und dicken Schichten übereinander. Klotzen statt kleckern sozusagen. Also kam jetzt der nächste Versuch, diesmal mit Acrylfarben.

Von Freitag Nachmittag bis Sonntag am frühen Abend habe ich mich in der VHS Mainz damit vergnügt, und was soll ich sagen: es war ein tolles Wochenende. Auch wenn die Ergebnisse naturgegeben eher bescheiden sind, es hat Spass gemacht, ich habe mich mit Feuereifer in das Mischen, Pinseln und vor allem Sehen gestürzt. Denn genau wie beim Musizieren letztendlich das Hören das Entscheidene ist, so ist es beim Malen (oder Fotografieren) das Sehen, und das kann ich glaube ich einigermassen.

Den ersten Übungen vom Freitagnachmittag sieht man an, dass ich sehr vorsichtig war. Sorgfältig quetschte ich aus jedem meiner Minitübchen einen Miniklecks auf die Palette, um dann mit Blau beginnend dieses Blau einmal mit jeder anderen Farbe zu mischen.

Bei den Kreisen wurde ich schon etwas mutiger…

Am Samstag durften wir unsere erste „richtige“ Übung machen: nach einer Vorlage ein Bild malen. Wobei das nicht 1:1 kopiert werden, sondern nur die Grundlage für etwas Eigenes dienen sollte. Wichtig war, dass das Ergebnis in sich stimmig war.

„Original“ (Mark Rothko No. 10):

und das habe ich daraus gemacht:

(gerade sehe ich, dass ich es die ganze Zeit falschherum liegen hatte. Die helle Fläche hatte ich als Himmel interpretiert…. Ändere ich jetzt aber nicht mehr ab – und ich behaupte auch nicht, dass ich von Baselitz inspiriert war…)

Wegen der relativen Einfachheit war ich ziemlich flott fertig und durfte gleich mit einer weiteren Übung anfangen. Da griff ich spontan zu einer Landschaft von Vlaminck, die mich am Samstag allerdings ziemlich frustiert hat, bzw. das was ich daraus gemacht habe.

Obwohl wir ja eigentlich körperlich nicht viel getan hatten, war ich am Abend aber sowas von kaputt. Trotzdem war ich morgens um 5 (Herr Z. hatte Hunger und ein Aufmerksamkeitsdefizit) schon wieder guter Dinge und voller Vorfreude, denn mir waren mehrere Dinge eingefallen, die ich bei dem Landschaftsbild noch tun könnte.

Vormittags machten wir aber erst noch ein wenig Theorie (wie gestaltet man ein Stillleben, worauf muss man bei Licht und Schatten achten), und machten dann mit der nächsten Übung weiter. Jeder durfte sich sein Stillleben selber aussuchen und aufbauen. Da machte ich es mir wieder einigermassen einfach und entschied mich für eine Vase – immerhin mit Henkel – die ich auf einem Wandbord aufstellte, so dass ich den Schatten an der Wand hatte. Schnell mit dem Smartphone fotografiert – fertig war die zweidimensionale Vorlage.

Und das wurde daraus:

Zum Abschluss der aktiven Malzeit blieb dann zum Glück doch noch ein halbes Stündchen, so dass ich doch noch an meiner Landschaft weiterarbeiten konnte. Zum Schluss war ich – zwar nicht wirklich zufrieden – aber mehr war in der Kürze der Zeit von mir nicht zu schaffen. (Leider habe ich die angefangene Arbeit am Samstag nicht fotografiert, kann mich aber noch gut an den vorsichtig getupften Himmel erinnern.)

Das ist übrigens richtigherum.

Und das ist die Richtung, in die ich weitergehen möchte. Mal schauen, ob die kurzfristige Begeisterung in eine länger andauernde Leidenschaft übergeht.

Und zum Schluss noch ein alternatives fotografiertes (nur mit dem Smartphone und ziemlich verwackelt) Stillleben

(hing so im Treppenhaus der VHS)

26 Feb 2013 no comments / READ MORE

Fotodreikampf Runde 3

Posted by Vera in Allgemein

Runde 2 im Fotodreikampf bei fotografr hatte ich ausgelassen, aber bei Runde 3 habe ich dann quasi in letzter Stunde noch etwas eingereicht.

Die Aufgabe lautet „Mein bester Foto-Tipp“, und meine Antwort darauf könnte genauso gut für viele andere Lebensbereiche gelten:

„Hör auf dich selber und nicht auf andere.“ *

Gerade als Anfänger ist es gut und wichtig, sich von anderen Rat und Hilfe zu holen, wenn es um die Verbesserung der eigenen Bilder geht, egal ob es um rein technische Probleme geht oder um Fragen der Bildgestaltung.

Aber irgendwann kommt der Tag, da sollte man sich freischwimmen von all den gutgemeinten Regeln und Meinungen, die einem gefragt oder ungefragt um die Ohren gehauen werden. Damit meine ich nicht, dass man die Reaktionen seiner Mitmenschen ignorieren sollte, aber man darf durchaus ein “ich hätte das so oder so gemacht….” mit einem “du hast aber nicht, und ich habe das genau so gemacht, weil….” beantworten. Das Ergebnis muss nicht allen gefallen, nicht mal wenigen, der einzige Massstab ist der eigene Geschmack, und auch der darf sich ändern.

Man darf auch selber entscheiden, ob man sich für ein bestimmtes Genre entscheidet oder lieber heute Blümchenmakros und morgen Architektur fotografiert, ob man eine Mode mitmacht oder nicht, ob und wie man seine Bilder selber bearbeitet oder von der Kamera bearbeiten lässt, ob man einen festgefügten Weg verfolgt oder sich eher treiben lässt, wohin das Interesse einen verschlägt, ob man fotografische Regeln befolgt oder nicht und, und, und.

Natürlich steht es einem genauso frei, weiter den Meinungen und Vorlieben anderer gerecht werden zu wollen, aber damit verschenkt man meiner Meinung nach einen der grössten Vorteile einer so kreativen Beschäftigung wie der Fotografie: die Freiheit seinen eigenen Weg zu finden und zu gehen.

* das gilt natürlich nur bedingt für Menschen, die Geld mit ihren Fotos verdienen wollen/müssen

31 Dez 2012 no comments / READ MORE